Das richtige Arbeitsumfeld zum Schreiben finden

Arbeitsumfeld
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11 Mrz Das richtige Arbeitsumfeld zum Schreiben finden

Bevor es an das Schreiben der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation geht, stehen einige Punkte auf der To-Do-Liste: Literaturrecherche, der Weg zum Prüfungsamt oder Besprechungen mit den Betreuern beispielsweise. Genauso wichtig ist es aber das richtige Arbeitsumfeld zum Schreiben zu finden, um längerfristig produktiv, effektiv, aber auch entspannt arbeiten zu können.

Dieser Beitrag bespricht, wie das richtige Arbeitsumfeld aussehen muss: Wie muss ein perfekter Arbeitsplatz ausgestattet sein, auf welche ergonomischen Richtlinien gilt es zu achten und wie kann man sich die Schreibtischarbeit so einfach wie möglich machen? Außerdem wird versucht auch auf die Frage eine Antwort zu finden, was das bessere Arbeitsumfeld zum Schreiben ist – die Bibliothek oder das Home Office.

Bibliothek vs. Home Office – Wo findet man das richtige Arbeitsumfeld zum Schreiben der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation?

Die erste Frage, die sich stellt, wenn es darum geht, das richtige Arbeitsumfeld zum Schreiben zu finden ist: In die Bibliothek gehen oder Zuhause bleiben? Wo kann man produktiver, effektiver und entspannter arbeiten, und warum?

Zuhause zu arbeiten verspricht, in einer bekannten, entspannten Atmosphäre arbeiten zu können. Man kann je nach Belieben eine (kostenlose) Kaffee- oder Teepause einlegen, auf dem Balkon durchatmen und muss sich nicht mit nervigen Banknachbarn auseinandersetzen, die laut Kaugummi kauen oder in die Laptoptastatur schlagen. Andererseits ist man im Home Office vielen anderen Störungen ausgesetzt, fühlt sich eventuell zu behaglich und ist durch Mitbewohner und Familienmitglieder, klingelnde Postboten oder Anrufe leicht ablenkbar. Außerdem stören Ausweichhandlungen – Wäsche waschen, aufräumen oder Netflix – die Konzentration und Disziplin.

In der Bibliothek sieht das anders aus: Im stillen Lesesaal gibt es keine Ablenkungen, die zu Fehlern führen. Da aber auch kleine Unachtsamkeiten beispielsweise bei einer Plagiatsprüfung auffliegen können, sollte man sich Konzentrieren können. Das gemeinschaftlich über den Büchern Sitzen kann die eigene Konzentration fördern. Darüber hinaus hat man in einer Bibliothek nicht nur Zugang zu Primär- und Sekundärliteratur, die man beim Schreiben braucht, sondern auch zu digitalen Medien, WLAN, Kopierern bzw. Druckern. Die Literaturrecherche ist hier ziemlich einfach. Der Nachteil des Arbeitens in (Uni-)Bibliotheken ist aber, dass diese gerade in der Prüfungszeit überlaufen ist und man mitunter lang nach einem Sitzplatz sucht. Dann ist auch die Gefahr groß, dass man Kommilitonen und Freunde trifft, die einen zu Kaffeepausen verführen.

Letztendlich ist es eine persönliche Entscheidung, ob das richtige Arbeitsumfeld zum Schreiben der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation die Bibliothek oder der eigene Schreibtisch ist. Wichtig ist, dass man einen Ort findet, an dem man auch über Stunden hinweg konzentriert, aber auch entspannt arbeiten kann. Die eigene Leistung ist nämlich von individuellen Bedürfnissen in physischen, psychischen und sozialen Dimensionen abhängig (Vgl. Spath 2004:12).

Die Gestaltung des Arbeitsplatzes

Voraussetzung für entspanntes Arbeiten ist, dass alle Materialien vorhanden und griffbereit sind. Dazu gehören mitunter Laptop oder PC, Schreibmaterialien (Kugelschreiber, Textmarker usw.) und Notizzettel, aber auch die Primär- und Sekundärliteratur, die zum wissenschaftlichen Arbeiten gebraucht werden.

Das richtige Arbeitsumfeld sollte genügend Licht haben, damit die Augen beim Lesen oder am PC arbeiten nicht zu schnell ermüden. Deshalb sollten keine Schatten auf den Tisch, die Tastatur oder den Bildschirm fallen. Auch sollten auf dem Monitor keine zu hohen Kontraste eingestellt sein und keine reflektierenden Gegenstände auf dem Schreibtisch stehen – beides sorgt für Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen.

In der deutschen Arbeitsstättenverordnung ist eine Raumtemperatur von 20 bis 22°C vorgeschrieben (Vgl. Arbeitsstättenverordnung 2010). Ein schlechtes Innenraumklima ist oft für sogenannte Sick-Building-Syndrome, also gebäudebezogene Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Reizerscheinungen der Augen und Atemwege verantwortlich. Deshalb sollte auch regelmäßig für frischen Wind gesorgt werden: Frische Luft und stündliches Lüften, aber auch ein kurzer Gang vor die Tür oder auf den Balkon sorgen für neue Kreativität, Konzentration und Leistungskraft.

Ergonomische Richtlinien zum Schreiben der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation

Das richtige Arbeitsumfeld – sei es zum Schreiben, Lesen oder Lernen – sollte außerdem ergonomisch eingerichtet sein. Ein ergonomischer Bürostuhl und ein höhenverstellbarer Schreibtisch garantieren nicht nur rückenschonendes, ausdauerndes Sitzen, sondern fördern auch das konzentrierte, produktive Arbeiten. Doch auch wer keine ergonomische Büroausstattung hat, kann mit folgenden Tipps und Tricks gesund sitzen und arbeiten (Vgl. Checkliste „Sitzen Sie richtig?“):

Die richtige Sitzhaltung

Am gesündesten sitzt man in einem offenen Sitzwinkel von 95-120°. Dafür müssen beide Füße vollständig den Boden berühren und die Fersen unter der Kniekehle platziert sein. Unter dem Schreibtisch sollte genügend Platz sein, um die Beine auch ausstrecken zu können. Der untere Rücken und das Becken sollten stets mit der Rückenlehne Kontakt halten.

Der richtige Bürostuhl

Bestenfalls hat man einen ergonomischen Bürostuhl, der sich aufgrund der Polsterung individuellen Bedürfnissen und natürlichen Bewegungen anpasst. An solchen Bürostühlen lassen sich auch die Armlehnen so verstellen, dass sie mit der Arbeitsfläche eine Linie bilden. Wenn man die Arme auf den Lehnen platziert, werden Schulter- und Nackenmuskulatur beim Arbeiten entspannt.

Der richtige Schreibtisch

Der perfekte Schreibtisch ist höhenverstellbar und 80x160cm hoch. Auf dem Schreibtisch, der zum Sitzplatz je nach Körpergröße 19 bis 28cm entfernt ist, sollte nicht nur genug Platz für alle Arbeitsmaterialien sein. Auch die persönliche Entfaltung muss gewährleistet sein: Bis zur Tastatur müssen daher mindestens zehn Zentimeter und bis zum Monitor 50 bis 70cm Abstand sein. Man sollte mit geradem Blick auf den Bildschirm gucken können, ohne den Kopf neigen zu müssen.

Der letzte Schliff: Wohlfühlatmosphäre schaffen

Von Zuhause aus arbeiten hat einen weiteren Vorteil: Man kann sich seinen Arbeitsplatz nach individuellen Bedürfnissen selbst gestalten. Studien ergaben, dass man mit persönlichen Gegenständen auf dem Schreibtisch bis zu 30 Prozent produktiver arbeitet, als an lieblosen, einheitlichen Arbeitsplätzen. Zu diesen Gegenständen gehören auch Zimmerpflanzen: Diese haben einen stressmindernden Effekt und fördern die Kreativität (Vgl. Fjeld 2000: 1, Guéguen/Meineri 2013: 75 ff.).

Darüber hinaus haben bestimmte Farben Auswirkungen auf die Konzentration und Entspannung: So bestätigte die Hochschule für angewandte Kunst und Wissenschaft (HAWK) in einer Studie die Farbenpsychologie: Blau hat eine beruhigende, entspannende Wirkung, die Genauigkeit und Konzentration unterstützt, während die Farbe Gelb konzentriertes Arbeiten und Entspannung fördert (Vgl. Studie „building atmospheres der HAWK). Solche Farbtupfer in der Dekoration des Schreibtischarbeitsplatzes können also darüber hinaus dazu beitragen, ein richtiges Arbeitsumfeld zum Schreiben zu schaffen.

Die richtige Beleuchtung, eine ergonomische und komfortable Ausstattung, ein ruhiges Umfeld und angenehme, frische Luft – das sind die wichtigsten Faktoren für das richtige Arbeitsumfeld zum Schreiben der Abschlussarbeit oder Dissertation, aber auch zum Lernen und Lesen. Erfüllt der Schreibtischarbeitsplatz diese Anforderungen, ganz gleich ob er sich Zuhause oder in der Bibliothek befindet, ist konzentriertes, produktives und kreatives Arbeiten garantiert.

Literatur

Fjeld, Tove (2000): The Effect of Interior Planting on Health and Discomfort among Workers and School Children.

Spath, Dieter/Braun, Martin/Grunewald, Petra (2004): Gesundheits- und leistungsförderliche Gestaltung geistiger Arbeit, Berlin.

Guéguen, Nicolas/Meineri, Sébastien (2013): Natur für die Seele. Die Umwelt und ihre Auswirkungen auf die Psyche, Berlin/Heidelberg.

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