Die eidesstattliche Erklärung bei Bachelorarbeiten und Masterarbeiten

Eidesstattliche Erklärung schreiben für eine Bachelorarbeit, Masterarbeit, Dissertation
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07 Sep Die eidesstattliche Erklärung bei Bachelorarbeiten und Masterarbeiten

Die Funktion einer eidesstattlichen Erklärung

Beim Schreiben einer Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation muss in der Regel auf Fremdwissen zurückgegriffen werden, das als Grundlage für eigene Forschungsarbeiten dient. Dabei ist es unumgänglich, dass das Gedankengut anderer als solches gekennzeichnet wird, denn die eigene Forschungsleistung lässt sich nur feststellen, wenn nachvollziehbar ist, welcher Teil des Wissens von Dir stammt (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2014: 263). Kurz und bündig: Bei der Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit darf nicht auf fremde Hilfe in Form von Ghostwritern zurückgegriffen werden, Plagiate müssen vermieden und Zitierregeln und Zitierstile (z.B. deutscher Stil, Harvard, APA) beachtet werden. Jede Fußnote, die falsch gesetzt ist, kann zum Problem werden. Die systematische Plagiatsprüfung einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit mit Hilfe einer Plagiatssoftware kann handwerkliche Fehler, insbesondere das schlichte Vergessen von Quellenangaben aufdecken. So können noch vor der Abgabe der Abschlussarbeit Fehler bei der Zitation behoben werden. Dies bestätigst Du durch die sogenannte „eidesstattliche Erklärung“.

Erklärungen an Eides statt sind aus juristischer Sicht eine verbindliche Zusicherung, dass Du das, worunter Du Deine Unterschrift setzt, tatsächlich so gemacht hast. Ein Verstoß gegen die Inhalte dieser Erklärung kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Dabei handelt es sich im universitären Bereich um die Verweigerung des Abschlusses sowie die nachträgliche Aberkennung eines bereits erlangten akademischen Titels, sofern Verstöße nach der Verleihung des Titels aufgedeckt werden. Eine eidesstattliche Erklärung ist also nicht nur eine reine Formsache (vgl. Theisen 2014: 239–241).

Eine „ehrenwörtliche Erklärung“ hingegen drückt aus, dass man die Richtigkeit der Angaben mit seinem Ehrenwort bestätigt. Sollte sich herausstellen, dass dagegen verstoßen wurde, zieht dies keine strafrechtlichen Konsequenzen nach sich. Natürlich darf eine eidesstattliche Erklärung auch bei einer Dissertation nicht fehlen.

Aufbau, Inhalt und Stellung in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit

In diesem Kapitel erhältst Du einen Überblick, welche Elemente eine eidesstattliche Erklärung üblicherweise aufweist und an welche Stelle der Arbeit sie platziert wird.

Aufbau und Inhalt

Allen eidesstattlichen Erklärungen gemeinsam ist, dass zunächst formuliert wird, dass der Verfasser die vorliegende Arbeit selbständig angefertigt hat. Damit ist gemeint, dass die Inhalte der Arbeit von Dir stammen. Außerdem bestätigst Du, dass Du alle verwendeten Quellen korrekt gekennzeichnet und belegt hast.

Solltest Du beispielsweise über unzureichende Rechtschreibkenntnisse verfügen, darfst Du eine wissenschaftliche Arbeit wie z.B. eine Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit Korrekturlesen lassen, sofern die Inhalte nicht verändert werden. Bei vielen Abschlussarbeiten müssen Interviews, Umfragen und dergleichen durchgeführt werden. Im Zuge dessen müssen andere Personen involviert werden, auch dies ist selbstverständlich gestattet. Die Betreuungsleistung Deines Betreuers ist ebenfalls ein üblicher Bestandteil einer wissenschaftlichen Arbeit. Allerdings hängt in sehr vielen Fällen die Beurteilung davon ab, wie selbständig Du arbeitest und wie gut Du Probleme selbst lösen kannst.

Unzulässig ist es, Inhalte von anderen Personen erstellen zu lassen. Ghostwriting kann schwere rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, die bis zur Aberkennung von akademischen Titeln führen. Außerdem stehst Du in einer gefährlichen Abhängigkeit zum Ghostwriter, denn er kann das Wissen, dass Du Deine Arbeit nicht selbst erstellt hast, verwenden, um Dich unter Druck zu setzen.

Plagiate und ihre Konsequenzen

Folgenschwere Konsequenzen können auch Plagiate haben. Die gute wissenschaftliche Praxis verlangt es, dass Fremdwissen genau gekennzeichnet wird, um nachvollziehbar zu machen, von wem das Wissen stammt. Es ist Standard, im Zuge des wissenschaftlichen Arbeitens auf Fremdwissen zurückzugreifen, denn nur so kann der aktuelle Wissensstand, der als Grundlage für eine Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation dient, erläutert werden. Die dabei verwendeten Textstellen aus anderen Quellen können unterschiedlichen Umfangs sein und sowohl direkt als auch indirekt zitiert werden. Wesentlich ist jedoch, dass zitiert wird. Sollten in Deiner Arbeit Plagiate nachgewiesen werden, führt dies bis zur Aberkennung von akademischen Titeln – auch Jahre nach dem Einreichen, was durch einige aktuelle Fälle bereits gezeigt wurde.

Des Weiteren bestätigst Du bei vielen eidesstattlichen Erklärungen, dass Du die vorliegende Arbeit zum ersten Mal als Prüfungsarbeit einreichst. Ein und dieselbe Arbeit an verschiedenen Universitäten einzureichen, ist unzulässig. Außerdem können eidesstattliche Erklärungen Deine Einwilligung enthalten, dass die eingereichte Arbeit in der Universitätsbibliothek öffentlich zugänglich verwahrt sowie online als Volltext veröffentlicht werden darf. Manche Universitäten fügen die Bestätigung in ihre Vorlagen ein, dass die Masterarbeit bzw. Bachelorarbeit einem Lektorat und Korrekturlesen unterzogen wurde. Schließlich können auch die Einwilligung, dass die eingereichte elektronische Version einer Plagiatsprüfung unterzogen werden darf, sowie die Bestätigung, dass elektronische und gedruckte Version übereinstimmen, enthalten sein. Zu guter Letzt ist in den eidesstattlichen Erklärungen auch zu lesen, dass unwahre Angaben rechtliche Konsequenzen haben können und dass sich der Verfasser dessen bewusst ist.

Als weitere wesentliche Bestandteile gelten eine eigenhändige Unterschrift (Vor- und Nachname!) sowie die Angabe von Ort und Datum.

Die eidesstattliche Erklärung positionieren

Eine eidesstattliche Erklärung ist zwar in sehr vielen Fällen ein Pflichtbestandteil einer wissenschaftlichen Prüfungsarbeit. Dennoch ist sie kein direkter Bestandteil des eigentlichen Textes genau wie die Danksagung, das Deckblatt, ein Abstract oder Verzeichnisse wie das Tabellenverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis oder Abbildungsverzeichnis und das Inhaltsverzeichnis. Die eidesstattliche Erklärung gilt stattdessen als offizielles Dokument gilt, das auf eine Extraseite gedruckt wird. Aus diesem Grund gibt es unterschiedliche Regelungen betreffend ihrer Positionierung in der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation.

Während manche Universitäten bzw. Institute vorschreiben, dass eine eidesstattliche Erklärung als letzte beschriebene Seite ohne Seitenzahl und ohne Gliederungsnummer eingefügt wird, legen manche fest, dass die Erklärung entweder Bestandteil des Titelblattes sein muss oder am Anfang der Arbeit eingebunden wird. Andere Universitäten wiederum schreiben vor, dass die eidesstattliche Erklärung gesondert, d. h. nicht in die Arbeit eingebunden, abzugeben ist. Erkundige Dich diesbezüglich!

Beispiele

Der Text einer eidesstattlichen Erklärung wird üblicherweise seitens der Universität, Hochschule oder des Instituts festgelegt. In vielen Fällen wird die zu verwendende Vorlage auf der Homepage der betreffenden Einrichtung zum Download bereitgestellt. Erkundige Dich also im Vorfeld, ob Du eine bereits vorgegebene eidesstattliche Erklärung verwenden musst (Samac, Prenner & Schwetz 2014: 76).

Da der Inhalt im Wesentlichen festgelegt ist, gibt es hinsichtlich der Formulierung relativ wenige Unterschiede. Folgende Beispiele zeigen Dir zwei Vorlagen verschiedener Universitäten.

Beispiel 1: Eidesstattliche Erklärung der Universität Wien

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Beispiel 2: Eidesstattliche Erklärung der Freien Universität Berlin (Politikwissenschaften).

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Quellen- und Literaturnachweise

Fischer, Edwin O. & Genser, Michael B. (1999): Leitfaden für Diplom- und Seminararbeiten, Abrufdatum: 12.02.2017, von: https://www.univie.ac.at/finance/download/leitfaden.pdf.

Freie Universität Berlin (o.J.): Download Eidesstattliche Erklärung, Abrufdatum: 12.02.2017, von: http://www.polsoz.fu-berlin.de/studium/downloads/downloads_studiengaenge/
diplom_politikwissenschaft/eidesstattliche_erklaerung_dpo_polwiss.doc.

Samac, Klaus; Prenner, Monika & Schwetz Herbert (2009): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.

Stickel-Wolf, Christine & Wolf, Joachim (2013): Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.

Theisen, Manuel René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen.

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