Tipps & Beispiele – Abstract, Zusammenfassung für eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit schreiben

abstract-oder-zusammenfassung-schreiben_805x373
Teile diesen Beitrag mit Freunden:

06 Sep Tipps & Beispiele – Abstract, Zusammenfassung für eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit schreiben

Die Funktion eines Abstracts

Der Abstract – auch Kurzzusammenfassung genannt – ist ein wesentlicher Bestandteil jeder umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit. Dies gilt nicht nur für wissenschaftliche Fachpublikationen, sondern vor allem auch für Bachelorarbeiten und Masterarbeiten.

Bei einem Abstract handelt es sich zuerst um eine kurze und prägnante Zusammenfassung des Inhalts einer schriftlichen Arbeit. Er dient somit als Ergänzung eines gut strukturierten Inhaltsverzeichnisses. Interessierte Leser informieren sich in vielen Fällen vorab anhand des Abstracts über die Inhalte und Resultate einer wissenschaftlichen Arbeit. Dadurch können sie leichter entschieden, ob ein tiefergehendes Lesen überhaupt lohnenswert ist (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 89). Betreuer verschaffen sich ebenfalls anhand des Abstracts einen Überblick über die Vorgehensweise und die Ergebnisse einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit.

TIPPS:

  • In jedem Fall sollte man die formalen Vorgaben der Hochschule bzw. des Institutes bezüglich der Gestaltung des Abstracts beachten.

Aufbau eines Abstracts

Der Abstract einer Masterarbeit, Bachelorarbeit oder Doktorarbeit soll über die Inhalte der betreffenden Arbeit informieren. Dementsprechend sollte auch der Aufbau gestaltet sein. Wichtige Fragen, die geklärt werden müssen, sind beispielsweise:

  • Wie lautet die Fragestellung in der vorliegenden Arbeit?
  • 
Welche Hypothesen werden aufgestellt?
  • 
Wie sehen Methodik und Vorgehensweise aus?
  • Welche Ergebnisse wurden gewonnen?

Als Resultat soll der interessierte Leser einen objektiven, verständlichen, kurz gefassten, aber dennoch vollständigen und genauen Überblick über die Inhalte und Ergebnisse der Bachelorarbeit oder Masterarbeit bekommen.

Dementsprechend spiegelt der Abstract den Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit wider, der laut Kruse (vgl. 2007: 186) folgendermaßen strukturiert sein kann: In der Einleitung werden Forschungsfrage, Forschungskontext, mögliche Forschungslücken sowie die aufgestellten Hypothesen erläutert. Im Methodenteil wird versucht, anhand einer geeigneten Methode die Fragestellung zu beantworten. Sowohl Untersuchung als auch Auswertungsverfahren werden klar dargelegt. Daran anschließend werden die wichtigsten Ergebnisse präsentiert. In der Diskussion werden die Ergebnisse schließlich interpretiert. Dies sind beispielsweise Empfehlungen für die praktische Arbeit, Anregungen für weitere Forschung oder Theoriediskussionen. Am Ende folgt ein Fazit.

Es bietet sich daher also an, den Abstract dahingehend zu prüfen, ob sich anhand dieser kurzen Zusammenfassung klare und verständliche Rückschlüsse auf die Thematik, die Vorgehensweise sowie die Ergebnisse der schriftlichen Arbeit ziehen lassen!

Anhand der folgenden Beispiele kann man den Aufbau eines Abstracts nachvollziehen.

image1

Beispiel 1: Dieser Screenshot stammt aus einer wissenschaftlichen Datenbank. Der Abstract gibt sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch Auskunft über den Inhalt dieses Artikels.

image2

Beispiel 2: Hierbei handelt es sich um den Abstract einer Masterarbeit.

TIPPS:

  • Die Leser einer wissenschaftlichen Arbeit sind in der Regel Fachleute und Wissenschaftler – und nicht zuletzt Betreuer. Dementsprechend sollte man eine sachlichen Schreibstil wählen.
  • Jeder Abstract sollte auch mit passenden Schlagwörtern versehen werden, um einen schnellen Überblick über die Hauptthemen der Arbeit zu ermöglichen (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 30).

Inhalte eines Abstracts

Ein Abstract muss informativ sein und einen Überblick über die Ergebnisse der gesamten Arbeit bieten. Aus diesem Grund unterscheidet er sich beispielsweise vom klassischen Klappentext einer literarischen Veröffentlichung. Während es wenig sinnvoll ist, den Ausgang einer literarischen Erzählung vorwegzunehmen, muss in einem Abstract der Inhalt hingegen vollständig und verständlich wiedergegeben werden.

Diesen Umstand kann man selbstverständlich dazu nutzen, beim Verfassen der eigenen Bachelorarbeit oder Masterarbeit Zeit zu sparen. Vor allem wenn man ein Thema gewählt hat, zu dem viele unterschiedliche Standpunkte existieren, hat man viel Arbeit mit der Literaturrecherche. In diesem Fall lohnt es sich, sich nur auf die Abstracts der infrage kommenden Texte zu konzentrieren und sich dadurch einen ersten Überblick über wesentliche Aussagen zu verschaffen.

Bei den Inhalten, die ein Abstract aufweisen sollte, handelt es sich um Ausführungen zur Fragestellung, Reichweite, Methode, Grenze, zum Zweck, zum Untersuchungsdesign, zur wichtigsten Botschaft und den Hauptinterpretationen, zu den Schlussfolgerungen und zur Beweiskraft (vgl. Schnur, 2005, zit. nach Theisen 2013: 101).

TIPPS:

  • Aus dem Abstract sollte deutlich hervorgehen, zu welchen neuen Erkenntnissen man gekommen ist. Der Wissenszuwachs sowie die Ergebnisse sollten daran klar ablesbar sein (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 56). Auf diese Weise präsentiert man seinem Betreuer bereits den eigenständigen Teil der eigenen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem gegebenen Thema.
  • Der Abstract sollte auf keinen Fall Inhalte aufgreifen, die in der Arbeit nicht vorkommen. Diese müssen im Abstract weggelassen werden.
  • Es ist also absolut ratsam, den Abstract erst dann zu schreiben, wenn die wesentlichen Ergebnisse und Aussagen des wissenschaftlichen Textes vorliegen!

Formale Vorgaben

Jede höhere Bildungsinstitution hat spezifische Richtlinien, die bei der Abgabe von wissenschaftlichen Arbeiten einzuhalten sind. Aber auch Organisatoren von Konferenzen und Fachtagungen geben genaue Richtlinien vor, wie die eingereichten Texte zu strukturieren sind. Dies betrifft auch den Abstract.

Folgende Punkte sollte man früh genug abklären:

  • Länge des Abstracts: Welchen Umfang soll der Abstract aufweisen? Diesbezüglich gibt es sowohl in der Fachliteratur Unterschiede, als auch in den Richtlinien der Bildungsinstitutionen. Kruse gibt beispielsweise einen Umfang von etwa einem Drittel einer DIN-A4-Seite an (vgl. 2007: 185). Rossig & Prätsch hingegen weisen darauf hin, dass der Abstract einen Umfang von ein bis zwei Seiten nicht überschreiten sollte (vgl. 2005: 89). Stickel-Wolf und Wolf geben als ungefähre Wortobergrenze 100 Wörter an (vgl. 2013: 249).
  • Sprache: Üblicherweise muss ein Abstract sowohl auf Deutsch als auch Englisch vorliegen. Samac, Prenner und Schwetz weisen darauf hin, dass das Hinzufügen einer englischen Fassung internationalen Gepflogenheiten entspricht (2009: 56). Davon gibt es allerdings Abweichungen, sodass Abstracts manchmal nur auf Deutsch verfasst werden müssen, manchmal allerdings auch in einer dritten Sprache.
  • Einreichen des Abstracts: Während manche Richtlinien vorgeben, den Abstract in die Arbeit einzubinden, verlangen manche die separate Abgabe des Abstracts, da er laut Rossig & Prätsch kein Teil der Arbeit ist (vgl. 2005: 89). Muss der Abstract eingebunden werden, kann er zwischen Deckblatt und Inhaltsverzeichnis, aber auch am Ende der Arbeit stehen. In manchen Fällen wird der Abstract zusammen mit der schriftlichen Arbeit abgegeben, in anderen Fällen muss der Abstract online eingereicht werden. Da es diesbezüglich keine einheitlichen Regelungen gibt, sollte man sich auch dazu vorab genau informieren

Zusammenfassung

  • Der Abstract informiert in Form einer kurzen Zusammenfassung darüber, was die Inhalte einer wissenschaftlichen Arbeit sind.
  • Er muss außerdem klar und verständlich formuliert sein und darf die Länge von ein bis zwei Seiten nicht überschreiten.
  • Der Abstract dient weiterhin dazu, dem Leser einen schnellen Überblick über die Arbeit zu bieten, um sie hinsichtlich der Relevanz beurteilen zu können.
  • Schließlich dürfen in einem Abstract nur Informationen vorkommen, die in der schriftlichen Arbeit erläutert werden.

Quellenverzeichnis und weiterführende Literatur

Kruse, Otto (2007): Keine Angst vor dem leeren Blatt – Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12. Aufl. Frankfurt: Campus.

Oertner, Monika; St. John, Illona & Thelen, Gabriele (2014): Wissenschaftlich Schreiben – Ein Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Paderborn: Wilhelm Fink.7

Rossig, Wolfram E. & Prätsch, Joachim (2005): Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-TEC.

Stickel-Wolf, Christine & Wolf, Joachim (2013): Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.

Samac, Klaus; Prenner, Monika & Schwetz, Herbert (2009): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.

Theisen, Manuel René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen.

Teile diesen Beitrag mit Freunden:
Autor:


 

 

 

Send this to a friend