Tipps & Beispiele – Abstract, Zusammenfassung für eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit schreiben

Abstract, Zusammenfassung schreiben für eine Seminararbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit.
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13 Feb Tipps & Beispiele – Abstract, Zusammenfassung für eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit schreiben

Die Funktion eines Abstracts

Der Abstract – auch Kurzzusammenfassung genannt – ist ein wesentlicher Bestandteil jeder umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit. Dies gilt nicht nur für wissenschaftliche Fachpublikationen, sondern vor allem auch für Bachelorarbeiten und Masterarbeiten.

Bei einem Abstract handelt es sich um eine kurze und prägnante Zusammenfassung des Inhalts einer schriftlichen Arbeit. Er dient somit als Ergänzung eines gut strukturierten Inhaltsverzeichnisses. Interessierte Leser informieren sich in vielen Fällen vorab anhand des Abstracts über die Inhalte und Resultate einer wissenschaftlichen Arbeit. Dadurch wird entschieden, ob ein tiefergehendes Lesen lohnenswert ist (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 89). BetreuerInnen verschaffen sich ebenfalls anhand des Abstracts einen Überblick über die Vorgehensweise und Ergebnisse einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit.

TIPPS:

  • Wenn Du noch mit der Literaturrecherche zu Deinem Thema beschäftigt bist, konzentriere Dich zunächst auf die Abstracts der infrage kommenden Publikationen. Auf diese Weise kannst Du bereits eine erste Vorauswahl treffen und die Quellen gemäß ihrer Relevanz ordnen. Du sparst dadurch Zeit.
  • Beachte die formalen Vorgaben Deiner Universität bzw. Deines Institutes bezüglich der Gestaltung des Abstracts.

Aufbau eines Abstracts

Der Abstract einer Masterarbeit oder Bachelorarbeit soll über die Inhalte der betreffenden Arbeit informieren. Dementsprechend sollte auch sein Aufbau gestaltet sein. Wichtige Fragen, die geklärt werden müssen, sind beispielsweise:

  • Welcher Fragestellung wird in der vorliegenden Arbeit nachgegangen?
  • 
Welche Hypothesen werden aufgestellt?
  • Welche Vorgehensweise wird verwendet, um die Fragestellung zu klären?
  • 
Welche Methodik wird ausgewählt?
  • Welche Ergebnisse wurden gewonnen?

Als Resultat soll der interessierte Leser einen objektiven, verständlichen, kurz gefassten, aber dennoch vollständigen und genauen Überblick über die Inhalte und Ergebnisse der Bachelorarbeit oder Masterarbeit bekommen.

Dementsprechend widerspiegelt der Abstract den Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit, der laut Kruse (vgl. 2007: 186) folgendermaßen strukturiert sein kann: In der Einleitung werden Forschungsfrage, Forschungskontext, mögliche Forschungslücken sowie die aufgestellten Hypothesen erläutert. Im Methodenteil wird versucht, anhand einer geeigneten Methode die Fragestellung zu beantworten. Sowohl Untersuchung als auch Auswertungsverfahren werden klar dargelegt. Daran anschließend werden die wichtigsten Ergebnisse präsentiert. In der Diskussion werden die Ergebnisse schließlich interpretiert. Dies sind beispielsweise Empfehlungen für die praktische Arbeit, Anregungen für weitere Forschung oder Theoriediskussionen.

Überprüfe Deinen Abstract daher dahingehend, ob sich anhand dieser kurzen Zusammenfassung klare und verständliche Rückschlüsse auf die Thematik, die Vorgehensweise sowie die Ergebnisse Deiner schriftlichen Arbeit ziehen lassen!

Anhand der folgenden Beispiele kannst Du den Aufbau eines Abstracts nachvollziehen.

image1

Beispiel 1: Dieser Screenshot stammt aus einer wissenschaftlichen Datenbank. Der Abstract gibt sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch Auskunft über den Inhalt dieses Artikels.

image2

Beispiel 2: Hierbei handelt es sich um einen Abstract einer Masterarbeit.

TIPPS:

  • Wähle einen sachlichen Schreibstil. Die Leser Deiner wissenschaftlichen Arbeit sind in der Regel Fachleute und Wissenschaftler – und nicht zuletzt Dein/e BetreuerIn!
  • Füge dem Abstract passende Schlagworte ein, um einen schnellen Überblick über die Hauptthemen Deiner Arbeit zu ermöglichen (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 30).

Inhalte eines Abstracts

Ein Abstract muss informativ sein und einen Überblick über die Ergebnisse der gesamten Arbeit bieten. Aus diesem Grund unterscheidet er sich beispielsweise vom klassischen Klappentext einer literarischen Veröffentlichung. Während es wenig sinnvoll ist, den Ausgang einer literarischen Erzählung vorwegzunehmen, muss in einem Abstract der Inhalt hingegen vollständig und verständlich wiedergegeben werden.

Diesen Umstand kannst Du selbstverständlich dazu nutzen, beim Verfassen Deiner eigenen Bachelorarbeit oder Masterarbeit Zeit zu sparen. Vor allem wenn Du ein Thema gewählt hast, zu dem viele unterschiedliche Standpunkte existieren, hast Du viel Arbeit mit der Literaturrecherche. Konzentriere Dich in diesem Fall auf die Abstracts der infrage kommenden Texte und verschaffe Dir einen ersten Überblick über ihre wesentlichen Aussagen.

Bei den Inhalten, die ein Abstract aufweisen sollte, handelt es sich um Ausführungen zur Fragestellung, Reichweite, Methode, Grenze, zum Zweck, zum Untersuchungsdesign, zur wichtigsten Botschaft und den Hauptinterpretationen, zu den Schlussfolgerungen und zur Beweiskraft (vgl. Schnur, 2005, zit. nach Theisen 2013: 101).

TIPPS:

  • Aus dem Abstract sollte deutlich hervorgehen, zu welchen neuen Erkenntnissen Du gekommen bist. Der Wissenszuwachs sowie die Ergebnisse sollten daran klar ablesbar sein (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 56). Auf diese Weise präsentierst Du Deinem Betreuer/Deiner Betreuerin bereits den eigenständigen Teil Deiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem gegebenen Thema.
  • Überprüfe Deinen Abstract dahingehend, ob er Inhalte aufgreift, die in Deiner Arbeit nicht vorkommen. Diese musst Du aus dem Abstract entfernen.
  • Es ist ratsam, den Abstract erst dann zu schreiben, wenn die wesentlichen Ergebnisse und Aussagen Deines wissenschaftlichen Textes vorliegen!

Formale Vorgaben

Jede höhere Bildungsinstitution hat spezifische Richtlinien, die bei der Abgabe von wissenschaftlichen Arbeiten einzuhalten sind. Aber auch Organisatoren von Konferenzen und Fachtagungen geben genaue Richtlinien vor, wie die eingereichten Texte zu strukturieren sind. Dies betrifft auch den Abstract.

Folgende Punkte solltest Du früh genug klären:

  • Länge des Abstracts: Informiere Dich, welchen Umfang ein Abstract aufweisen muss. Diesbezüglich gibt es sowohl in der Fachliteratur Unterschiede als auch in den Richtlinien der Bildungsinstitutionen. Kruse gibt beispielsweise einen Umfang von etwa einem Drittel einer DIN-A4-Seite an (vgl. 2007: 185). Rossig & Prätsch hingegen weisen darauf hin, dass der Abstract einen Umfang von ein bis zwei Seiten nicht überschreiten sollte (vgl. 2005: 89). Stickel-Wolf und Wolf geben als ungefähre Wortobergrenze 100 Wörter an (vgl. 2013: 249).
  • Sprache: Üblicherweise muss ein Abstract sowohl auf Deutsch als auch Englisch vorliegen. Samac, Prenner und Schwetz weisen darauf hin, dass das Hinzufügen einer englischen Fassung internationalen Gepflogenheiten entspricht (2009: 56). Davon gibt es allerdings Abweichungen, sodass Abstracts manchmal nur auf Deutsch verfasst werden müssen, manchmal allerdings auch in einer dritten Sprache.
  • Einreichen des Abstracts: Während manche Richtlinien vorgeben, den Abstract in die Arbeit einzubinden, verlangen manche die separate Abgabe des Abstracts, da er laut Rossig & Prätsch kein Teil der Arbeit ist (vgl. 2005: 89). Muss der Abstract eingebunden werden, kann er zwischen Deckblatt und Inhaltsverzeichnis, aber auch am Ende der Arbeit stehen. In manchen Fällen wird der Abstract zusammen mit der schriftlichen Arbeit abgegeben, in anderen Fällen muss der Abstract online eingereicht werden. Da es diesbezüglich keine einheitlichen Regelungen gibt, solltest Du Dich vorab genau informieren

Zusammenfassung

  • Der Abstract informiert in Form einer kurzen Zusammenfassung über die Inhalte einer wissenschaftlichen Arbeit.
  • Er muss klar verständlich formuliert sein und darf die Länge von ein bis zwei Seiten nicht überschreiten.
  • Der Abstract dient dazu, dem Leser einen schnellen Überblick über die Arbeit zu bieten, um sie hinsichtlich der Relevanz beurteilen zu können.
  • Beachte, dass im Abstract nur Informationen vorkommen dürfen, die in der schriftlichen Arbeit erläutert werden.

Quellenverzeichnis und weiterführende Literatur

Kruse, Otto (2007): Keine Angst vor dem leeren Blatt – Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12. Aufl. Frankfurt: Campus.

Oertner, Monika; St. John, Illona & Thelen, Gabriele (2014): Wissenschaftlich Schreiben – Ein Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Paderborn: Wilhelm Fink.7

Rossig, Wolfram E. & Prätsch, Joachim (2005): Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-TEC.

Stickel-Wolf, Christine & Wolf, Joachim (2013): Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.

Samac, Klaus; Prenner, Monika & Schwetz, Herbert (2009): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.

Theisen, Manuel René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen.

Wissenschaftliches Lektorat für eine Masterarbeit

Mit unserem wissenschaftlichen Lektorat wird Deine Masterarbeit sprachlich aufgewertet. Sie wird besser lesbar und dadurch auch verständlicher sein. Mit dem wissenschaftlichen Feedback Deines betreuenden Lektors kannst Du Deine Masterarbeit auch inhaltlich, strukturell und formal verbessern. Lektorierte Masterarbeiten werden oft mit einer besseren Note bewertet!

Lektorat für eine Masterarbeit
★★★★★ 4,9 / 5
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Über den Autor:
marina.feidel@mentorium.de

Marina Feidel studierte Wirtschaftswissenschaften (Regionalmanagement) an der FH Eberswalde. Während ihres Studiums hat Frau Feidel bereits als Tutorin ehrenamtlich Studenten zum Thema "Wissenschaftliches Schreiben" betreut. In einem Redaktionsteam hat Sie an unserem kostenlosen und umfangreichen eBook (Ratgeber) zum Thema "Wissenschaftliches Arbeiten" mitgewirkt und dabei ihr Wissen und ihre Erfahrung in der wissenschaftlichen Betreuung von Studenten einfliessen lassen. Frau Feidel unterstützt mit ihren ehrenamtlichen Beiträgen zur Mentorium Wissensdatenbank auch in Zukunft Studenten bei der Erstellung von Hausarbeiten, Seminararbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten.



 

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